Seit letzter Woche ist Wirecard jedem ein Begriff. Auch wenn nicht jeder versteht was das Unternehmen genau macht, so weiß nun jeder ein deutsches DAX-Unternehmen ist pleite! Der Aktienkurs des Zahlungsdienstleisters aus München fiel um 98% in wenigen Tagen. Der Unternehmenswert – im September 2018 bei Aufnahme in den DAX noch 25 Mrd. EUR – ist praktisch vollständig vernichtet. Das Fehlen von 1,9 Mrd. EUR – 1.900 Millionen! – legt massive Mängel der Wirtschaftsprüfer und der Aufsicht mehr als Nahe.

Wie hat sich der Fall Wirecard in den Portfolios der Fondsindustrie niedergeschlagen?

Hier hat es einige Fonds tatsächlich heftig erwischt. Laut Citywire ist als bekannteste Fondsgesellschaft die DWS mit gleich drei Fonds betroffen, die Ende Mai noch Positionen zwischen 3,9 – 4,4% in Wirecard hielten: DWS Deutschland, DWS Invest German Equities sowie der DB Vermögensfondsmandat High Conviction Equity. Die Frankfurter Fondsgesellschaft hat bekannt gegeben, dass Wirecard mittlerweile aus allen Fonds verkauft wurde. Richtig heftig hat es den britischen Asset Manager Alken getroffen, der ebenfalls in drei Fonds investiert war, allerdings zwischen 9-10%! – Alken Continental Europe, Alken Small Cap Europe, Alken European Opportunities.

Neben aktiven Fonds sind natürlich auch ETFs betroffen und zwar sämtliche DAX ETFs und ganz besonders TecDAX ETFs. DAX ETFs waren zuletzt ca. 1,5-2% in Wirecard investiert, TecDAX ETFs sogar mit über 8%! Das fatale bei ETFs ist zusätzlich, dass die Fonds die Positionen per Definition auch nach wie vor halten, da sie ja den Index möglichst exakt abbilden wollen. Die Auswirkungen auf die Performance sind nach dem gigantischen Kursrutsch nun aber vernachlässigbar geworden. Der Schaden für Anleger ist also zum Teil beträchtlich, ganz zu schweigen vom Imageschaden für den Finanzplatz Deutschland.

Für Anleger rückt die Auswahl der passenden Fonds folgerichtig wieder verstärkt in den Fokus. Eine Selektion anhand rein quantitativer Kriterien wie bspw. Performancekennzahlen oder Marktkapitalisierung, wie es bei Indexfonds der Fall ist, greift aus unserer Sicht zu kurz. Es lohnt sehr sich mit den unterschiedlichen Herangehensweisen auseinander zu setzen und zu verstehen wie das jeweilige Fondsportfolio zusammengestellt wird. Neben Fragen nach dem Managementstil (Value/Growth/Blend bei Aktienfonds) der Titelanzahl und Gewichtung sind auch das Team, die Teamgröße, Umgang mit Derivaten und Kasse sowie das Risikomanagement an sich aus unserer Sicht wichtige Kriterien. Gespräche mit der Gesellschaft und idealerweise mit dem Fondsmanagement sind zeitaufwändig, können hier aber entscheidende Erkenntnisse bringen. Deshalb lohnt es sich für eine Fondskategorie wenigstens 2-4 Fonds auf dem Schirm zu haben mit unterschiedlichen Ansätzen. Dann kann man selbst viel besser verstehen wieso ein Fonds vielleicht gerade besonders gut läuft oder zurück hängt. Dies hilft auch für die Gespräche mit den Anlegern.

Wir haben unseren Selektionsprozess in einer 3-teiligen Reihe auf unserer Homepage vorgestellt. Berater und Vermittler finden das Ergebnis unserer Fondsanalysen in der „TopFonds-Liste“ konzentriert. Wir empfehlen jedem sich darüber hinaus mit den Fonds eingehender auch selbst zu beschäftigen. Unterstützung bieten wir einerseits mit unserem „Fonds im Fokus“, in dem der Fonds ausführlicher portraitiert wird sowie gerne auch im persönlichen Gespräch.

Von den Fonds auf unserer TopFonds-Liste war nach unserer Recherche kein einziger zum Zeitpunkt des Absturzes in Wirecard investiert.

Hier gehts zu unserer Top Fonds-Liste:

Wenn Sie mehr darüber erfahren wollen, welche Methodik wir bei der Auswahl der TopFonds anwenden, dann schauen Sie sich gerne einmal an, wie ein Fonds zu einem TopFonds wird oder melden Sie sich sehr gerne einfach bei uns:

Telefon: 06171 / 9150 520
E-Mail: investment-research@bfv-ag.de

Über den Autor

MARC HAEGERT

Marc Haegert fungiert als Ansprechpartner für das Investment Research sowie für unsere Produktpartner. Er verantwortet im Rahmen der Vermögensverwaltung das Fondsresearch und die Strategien der Vermögensverwaltung und steht Advisorn und Vermittlern bei Fragen zu PRIVATE INVESTING-Strategien zur Verfügung.

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